Möchten Sie zur mobilen Version wechseln?

Steuer-News | Unternehmer-News

LBG Österreich – Arbeitgeberberatung | Personalverrechnung
Erweiterte Lohnkonto-Pflichten für Arbeitgeber/innen ab 2021

Stand: 21. April 2021

Arbeitgeber/innen müssen für jede/n Arbeitnehmer/in (auch für beschränkt steuerpflichtige, geringfügig beschäftigte und vorübergehend beschäftigte Arbeitnehmer/innen) ein detailliertes Lohnkonto führen. Die Lohnkontenverordnung legt genau fest, welche (umfassenden) Daten ein Lohnkonto beinhalten muss.

Durch die kürzlich beschlossenen Steuerbegünstigungen für Arbeitnehmer/innen zum Homeoffice (siehe dazu unseren LBG-Fachbeitrag „Homeoffice: Wie sehen die neuen steuerlichen Regelungen aus?“) und zur möglichen erweiterten Kostenübernahme von Wochen-, Monats- und Jahreskarten wurden den Arbeitgeber/innen erweiterte Verwaltungs- und Dokumentationspflichten bei der Führung des Lohnkontos und bei der Ausfertigung von Lohnzetteln auferlegt. Begründet wird dies damit, dass dadurch für die öffentliche Verwaltung ein effizienter Vollzug sichergestellt wird. Die den Arbeitgeber/innen auferlegte monatliche Führung der Lohn- und Gehaltsverrechnung wird damit wiederum fachlich und administrativ anspruchsvoller und aufwendiger. Sorgfaltsverstöße sind von finanzbehördlichen Maßnahmen bedroht.

Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) hat die Lohnkontenverordnung entsprechend geändert.

Folgende Informationen müssen nunmehr ab 2021 (ggf. im ersten Halbjahr 2021 im Schätzweg, spätestens ab Juli 2021 korrekte Erfassung) am Lohnkonto zusätzlich enthalten sein:

  • Anzahl Homeoffice-Tage: Sowohl für die Bemessung des höchstmöglichen nicht steuerbaren Homeoffice-Pauschales von 3 Euro pro Homeoffice-Tag, als auch für die Berechnung der mit Homeoffice zusammenhängenden Werbungskosten ist es nunmehr erforderlich, dass die Tage, an denen der Arbeitnehmer seine Tätigkeit ausschließlich in seiner Wohnung ausübt (Homeoffice-Tage), durch den Arbeitgeber in das Lohnkonto aufgenommen werden. Das gilt unabhängig davon, ob durch den Arbeitgeber ein Homeoffice-Pauschale ausbezahlt wird, für wie viele Tage oder in welcher Höhe es nicht steuerbar zugewendet wird. 

  • Zugewendeter Betrag an Homeoffice-Pauschale: Wie auch bei anderen Ersätzen des Arbeitgebers, die nicht zu den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit gehören (z. B. Reisekosten) muss nunmehr auch der zugewendete Betrag an Homeoffice-Pauschale aus dem Lohnkonto – und in weiterer Folge aus dem Lohnzettel (L16) – ersichtlich sein. Dadurch soll ein Übergenuss im Falle des Vorliegens mehrerer Arbeitgeber verhindert und eine Pflichtveranlagung durchgeführt werden.

  • Kalendermonate, in denen der Arbeitnehmer auf Kosten des Arbeitgebers befördert wird: Wie auch bisher sind die Kalendermonate, in denen der Arbeitnehmer im Werkverkehr befördert wird, in der Lohnverrechnung zu berücksichtigen. Durch die Möglichkeit, die Kosten für Wochen-, Monats- oder Jahreskarten nicht steuerbar zu übernehmen, sind nun auch jene Kalendermonate, für die eine derartige Kostenübernahme erfolgt, im Lohnkonto anzugeben.

  • Höhe der übernommenen Kosten einer Wochen-, Monats- oder Jahreskarte: Auch die Höhe der übernommenen Kosten einer Wochen-, Monats- oder Jahreskarte müssen, ähnlich wie Reisekosten und ein ausbezahltes Homeoffice-Pauschale, nunmehr in das Lohnkonto aufgenommen werden.

Stand: 21. April 2021 | LBG

Kontakt & Beratung: Diese Information zeigt naturgemäß grundlegende Aspekte des Themas auf – für Vollständigkeit und Richtigkeit kann trotz sorgfältiger Erstellung keine Gewähr geleistet werden. LBG berät Sie gerne in Ihrer individuellen Situation. Bitte wenden Sie sich an einen unserer 31 österreichweiten Standorte (www.lbg.at) oder an welcome@lbg.at - wir bringen Sie gerne mit einem/r unserer Experten/innen, der/die mit Ihrem Anliegen bestens vertraut ist, zusammen.

Im Beratungsfeld „Personalverrechnung, Lohnsteuer, Sozialversicherung, Arbeitsrecht“ ist LBG mit mehr als 100 diplomierten Personalverrechner/innen sowie zertifizierten Arbeits- und Sozialversicherungsrechtsexpert/innen österreichweit eines der bedeutendsten Beratungsunternehmen für Arbeitgeber/innen. Wir unterstützen Sie gerne in lohnsteuerlichen, sozialversicherungs- und arbeitsrechtlichen Fragen im Zusammenhang mit der Beschäftigung von Mitarbeiter/innen, Aushilfen, Saisonarbeitskräften, Expatriates und Werkvertragsnehmer/innen im Unternehmensalltag, führen für Sie die laufende Personalverrechnung, bereiten mitarbeiterbezogene betriebswirtschaftliche Auswertungen für Arbeitgeber/innen auf und übernehmen vielfältige Aufgaben im Bereich Human Resources. Machen Sie sich ein Bild von unserem Dienstleistungsangebot "Personalverrechnung | Arbeitgeberberatung – Deutsch" sowie "Payroll-Accounting | Employer-Consulting – English".

Wir beraten eine große Vielfalt an Branchen, Unternehmensgrößen und Rechtsformen, davon im Beratungsfeld „Lohnsteuer, Sozialversicherung, Arbeitsrecht, Personalverrechnung“ eine Vielzahl an Unternehmen zwischen 1-50 Mitarbeiter/innen und namhafte österreichische und in Österreich tätige internationale Unternehmen sowie öffentliche Auftraggeber mit jeweils mehreren 100 Mitarbeiter/innen, wobei auch Arbeitgeber mit bis zu 2.000 Arbeitnehmer/innen zu unseren Auftraggebern zählen. Insgesamt führt LBG die monatliche Personalverrechnung für rund 30.000 Mitarbeiter/innen durch.

LBG - Steuern, Bilanz, Buchhaltung, Personalverrechnung, Gutachten, Prüfung, Betriebswirtschaft, Digital Services.

© LBG Österreich: Wenn Sie Interesse daran haben, den Inhalt dieser LBG-Fachinformation einer begrenzten oder breiteren Öffentlichkeit in eigenen Publikationen im Unternehmen, von Unternehmensverbänden oder Vereinen, in Newslettern, auf einer Homepage oder in Online-Medien oder als Redakteur/Journalist eines Branchen-, Fach- oder Publikumsmediums auch durch uns zusammengefasst, weiter vertieft oder durch einen unserer Expert/innen kommentiert zur Verfügung zu stellen, dann unterstützen wir Sie dabei gerne. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir Sie in diesem Fall um die geeignete Nennung von LBG Österreich ersuchen. Gerne beantworten wir Ihre Fragen und bitten Sie, Ihre Kontaktwünsche an welcome@lbg.at zu richten.